Angaben zum Buch: „Umweltschadstoffe, Metabolisches Syndrom und Demenzkrankheiten“

von H.U. Hill, Shaker-Verlag, Aachen, 2013

   In der aktuellen wissenschaftlichen Medizin gibt es immer mehr Hinweise auf Zusammenhänge zwischen der Belastung durch eine Kombination aus Umweltchemikalien und zunehmendem psychosozialen Stress einerseits und den  Krankheiten des so genannten „Metabolischen Syndroms“ andererseits, zu denen Diabetes (Typ II), Fettleibigkeit (Adipositas) und kardiovaskuläre Krankheiten gehören. Andererseits häufen sich Befunde über Zusammenhänge zwischen diesen Krankheiten des Metabolischen Syndroms und neurodegenerativen Prozessen im Gehirn, die zu Demenzkrankheiten führen.

  Das Anliegen dieses Buches ist es, in der Öffentlichkeit auf die oben genannten und wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhänge hinzuweisen und dies anhand der dokumentierten Fakten zu begründen. Es wird deutlich gemacht, dass eine Belastung durch Umweltschadstoffe zusammen mit psychosozialem Stress über den „Umweg“ der Krankheiten des Metabolischen Syndroms  letztlich das Risiko, an Demenz zu erkranken, wesentlich verstärkt. Mit „Öffentlichkeit“ gemeint sind hier das öffentliche Gesundheitswesen und alle mit Umweltschutz befassten Institutionen und Verbände, aber auch die medizinischen Fachbereichen der Inneren, Umwelt-, Arbeits- und Sozialmedizin, sowie die Praktiker der ambulanten und klinischen (Umwelt-)Medizin, und nicht zuletzt die betroffenen Patienten und ihre Interessenvertretungen. 

  Bislang galt in der präventiven Medizin fast ausschließlich das Paradigma, dass die Krankheiten des Metabolischen Syndroms, darunter insbesondere die krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas), auf falsche Verhaltensdispositionen der betroffenen Patienten zurückzuführen seien. Falsche und übermäßige Ernährung, Drogenkonsum sowie Bewegungsmangel werden als Hauptfaktoren dieser Krankheiten selbst von maßgeblichen internationalen Organisationen wie die OECD propagiert. Präventionsprogramme des öffentlichen Gesundheitswesens und der Krankenkassen setzen nahezu ausschließlich auf Schulungen, um dieses Verhalten zu ändern. Betroffene Patienten sehen sich daher in der Öffentlichkeit und in ihrem persönlichen Arbeits- und Familienumfeld einer herabsetzenden und diskriminierenden Behandlung ausgesetzt. Schließlich seien sie an ihrer Krankheit und deren sozialen Folgen selbst Schuld, sie tun zu wenig für Ihre Gesundheit. Da auch der Zusammenhang zwischen den Krankheiten des Metabolischen Syndroms und Demenzkrankheiten immer offensichtlicher wird, wird die zunehmende Häufigkeit der Demenzkrankheiten in der Bevölkerung in der herrschenden Lehrmeinung letztlich ebenfalls allein auf Verhaltensdefizite der einzelnen Betroffenen zurückgeführt.

   In dem vorliegenden Buch soll anhand von Fakten aus der Fachliteratur begründet werden, dass es eine ganze Reihe von Krankheitsfaktoren gibt, die nicht von den einzelnen Betroffenen und deren Verhalten zu verantworten sind, sondern die in den sich verändernden Bedingungen der Umwelt und der gesellschaftlichen Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu suchen sind.

  Für das öffentliche Gesundheitswesen und den politischen Umweltschutz ergeben sich aus diesen Erkenntnissen Ansatzpunkte für veränderte Präventionsmaßnahmen, die nicht bei individuellen Ermahnungen und Umschulungen von einzelnen Betroffenen stehen bleiben dürfen. Der Schutz der gesamten Bevölkerung vor Stress- und Schadstoff-belasteten Arbeits- und Lebensverhältnissen muss demnach im Vordergrund stehen, gefragt ist ein wirksamer Umweltschutz vor schädlichen Chemikalien und eine Veränderung der stressbelasteten Arbeits- und Lebensverhältnisse. So müssen beispielsweise Lebensmittel vor schädlichen Zusatzstoffen und unnötigen Zuckerzusätzen und die Landwirtschaft von neurotoxischen Pestiziden freigehalten werden. Ob dies gegen die Interessen der produzierenden Industrie durchgesetzt werden kann, ist eine Frage der Politik und des Engagements der Verbände und Betroffenen.

Januar 2014, H.U. Hill

 

Daten zum Buch:

 

Hans-Ulrich Hill

Umweltschadstoffe, Metabolisches Syndrom und Demenzkrankheiten.

- Wie verschiedene Umweltfaktoren das Hormon-, Nerven- und Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen. -

 

Shaker-Verlag Aachen, 2013

70 S., 19,80.- Euro

ISBN: 978-3-8440-2504-0